SPD Emmendingen

Alexandra von der Heydt gegen Atomkraft

Veröffentlicht am 30.03.2011 in Ortsverein

Foto: Klaus Fehrenbach

Zum 18. Mal haben sich heute Menschen auf dem Emmendinger Marktplatz versammelt, die eine Idee vereint.
Die Idee von einer atomenergiefreien Zukunft, eine Idee deren Umsetzung nach dem gestrigen Regierungswechsel real geworden ist.

Menschen, die genug haben von einer Technologie, die nicht beherrschbar ist.
Menschen, die genug haben von atomgläubigen Politikern und Atomlobbyisten.
Menschen, die den Beschwichtigern und Mahnern vor dunklen Wohnstuben keinen Glauben mehr schenken wollen.
Menschen, die Ihren Kindern und Enkeln keine verrosteten Atommüllfässer vererben wollen.
Menschen für die Nachhaltigkeit und Bewahrung der Schöpfung keine leeren Floskeln sind.

Menschen, die schlicht und ergreifend sagen, wir wollen keine Atomkraft!!!

Wie viele Menschen in Baden-Württemberg genauso denken, hat der gestrige Wahltag gezeigt.
Als vergangene Woche unser Wirtschaftsminister Rainer Brüderle die Maske fallen ließ und ganz deutlich den Zusammenhang zwischen Moratorium und Landtagswahlen aufzeigte, haben viele Menschen deutlich erkannt, was in drei Monaten als Ergebnis des Moratoriums verkündet werden soll.

Eine sterbende Branche und ihre politischen Helfer werden wieder verkünden: unsere Reaktoren sind sicher, das Risiko ist beherrschbar, eine Katastrophe wie in Japan ist nicht zu erwarten.

Eine Risikobewertung setzt sich immer aus zwei Größen zusammen, der Auswirkung eines Ereignisses und der Wahrscheinlichkeit des Eintritts.
Jetzt kann man natürlich mit einer sehr geringen Wahrscheinlichkeit argumentieren, aber auf der anderen Seite habe ich eine unermesslich große Auswirkung.

Und wenn wir nach Japan schauen und im Großraum Tokio 50 Millionen Menschen sehen, deren Zukunft davon abhängt, ob eine total überforderte Betreiberfirma die Büchse der Pandora wieder geschlossen bekommt, dann ist dies eine unermesslich große Auswirkung, dann kann daraus unermesslich großes Leid entstehen.

In jeder wissenschaftlichen Risikobewertung ist ein nicht zu beherrschendes Ereignis das KO-Kriterium.

Eine Technik, die wir nicht beherrschen können, dürfen wir nicht einsetzen!! Und das wissen wir schon jetzt und deshalb brauchen wir kein Moratorium, keine neue Sicherheitsbewertung.

Was wir allerdings brauchen ist eine gesellschaftliche Diskussion. Wir alle tragen zu diesem endlosen Energiehunger unserer Gesellschaft bei. Lifestyle und Lebensqualität sind bei uns fast schon untrennbar mit Konsum und Energieverbrauch verbunden. Wie soll unsere Gesellschaft in der Zukunft aussehen? Wie können wir eine hohe Lebensqualität erhalten ohne unsere Lebensgrundlagen zu gefährden oder zu zerstören? Ich wünsche mir diese gesellschaftliche Diskussion, ja ich halte sie für unverzichtbar.

Und für diese Diskussion brauchen wir keine Ethikkommission, diese Diskussion müssen wir alle führen. Der gestrige Wahltag hat gezeigt, dass wir, die Bürger von Baden-Württemberg, mitdiskutieren und vor allem mitgestalten wollen.

Alexandra von der Heydt

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