SPD Emmendingen

Themenstammtisch: "Schule des Lebens?"

Veröffentlicht am 29.11.2009 in Ortsverein

Foto: H. Hauke

Auch grundsätzliche Forderungen zur Bildungspolitik in Baden-Württemberg wurden beim Themenstammtisch des SPD-Ortsvereins Emmendingen im Kartoffelhof formuliert: * Aufhebung der Trennung von Personal- und Sachkostenverantwortung * Verbessertung der Kommunikation zwischen Schulträgern, Kollegien, Eltern und Schülern * Beantwortung der Fragen: "wie lernt ein Kind/Jugendlicher?" und "wie kann lernen durch das Bildungssystem besser unterstützt werden?"

Schule ein willkürliches Sammelsurium von Patchwork Versatzstücken? Die große Bildungsvision fehlt

 

Beim Themenstammtisch des SPD Ortsvereins Emmendingen „Schule des Lebens? – Erfahrungen mit der Bildungspolitik in Baden-Württemberg“ brachten es die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den Punkt: So kann es nicht weiter gehen! Denn in kaum einem anderen Land beeinflusst der soziale Status so stark den Schulerfolg der Kinder und Jugendlichen wie in Deutschland, von Chancen- und Bildungsgleichheit also keine Spur. Dabei liegen die wissenschaftlichen Erkenntnisse offen zu Tage. „Wir wissen doch, wie das Lernen der Kinder gefördert werden kann. Lernpsychologie und Hirnforschung geben mehr als deutliche Fingerzeige, wie der Schulalltag gestaltet werden sollte, um Kinder und Jugendliche möglichst optimal in ihrer geistigen und seelischen Entwicklung zu fördern und zu fordern,“ sagte eine Teilnehmerin. Doch immer wieder stünden organisatorische und verwaltungstechnokratische Sachzwänge dem entgegen. „Warum schauen wir nicht, wie Kinder von Natur aus für das Lernen ausgestattet sind und überlegen uns dann wie die Rahmenbedingungen gestaltet werden müssen,“ fragte ein Teilnehmer. Ein grundsätzliches Umdenken der an Bildung Beteiligten wäre die Voraussetzung: weg mit dem hektischen Wechsel zwischen Unterrichtszeit und Ferienzeit, weg vom 45 Minuten-Takt, weg von der Ganztagsschule als Aufbewahrungsanstalt, weg vom lehrerdominierten Paukunterricht, weg mit missionarischen Glaubensdiskussionen über das richtige Schulsystem und weg mit aufgeblähter und praxisfernen Bürokratie. Pauschale Gründe wurden viele genannt. Aber es wurde auch sehr deutlich, dass es immer wieder Ausnahmen an den Schulen gibt. Lehrpersonen, die sich engagieren, die Änderungen und Entwicklungen auf den Weg bringen wollen, die wichtige Impulse für die intellektuelle Entwicklung insgesamt und nicht nur für abprüfbares Wissen geben. „Was fehlt, ist jedoch eine gemeinsame Bildungsvision, hinter der alle stehen können und auf die alle gemeinsam im Interesse der Kinder hinarbeiten, sagte eine Teilnehmerin. Vorgeschlagen wurde, dass dauf kommunaler Ebene die im Gemeinderat vertretenen Parteien in einem ersten Schritt den Kommunikationsprozess zwischen Schülern, Eltern, Schulleitungen, Lehrpersonen, Stadt- und Schulverwaltung anstoßen und optimieren könnten. „Wie wäre ein runder Tisch, für den sich eine der beteiligten Institutionen verantwortlich erklärt, um so den Informations- und Meinungsaustausch auf den Weg zu bringen?“ wurde von den Anwesenden vorgeschlagen. Sinn würde das allemal machen, darüber waren sich alle einig. „Das Leitziel von Schule sei die Selbstverwirklichung des einzelnen in sozialer Integration,“ wurde zu Beginn des Themenstammtisches ausgeführt, „das in Impulsen zur individuellen Lebensbewältigung durch Erschließung von Lebenszutrauen, Ausbildung von Lebensfertigkeiten, Vermittlung von Lebensorientierung und Bildung von Lebenshaltungen zum Ausdruck kommt.“ Die Antwort auf die Frage, wie das konkret erfolgen könne, kann nur das einzelne Kind, der einzelne Schüler durch seine persönlichen Voraussetzungen geben. Nach engagierter und interessanter Diskussion wurde deutlich, dass die von der Landesregierung vorgegebenen Rahmenbedingungen mehr als unbefriedigend sind. Verstärkt wurde die Unzufriedenheit der Anwesenden noch durch den sich immer rascher entwickelnden Flickenteppich in der Bildungslandschaft in Folge der Förderalismusreform. „Bald kann man mit Kindern nicht mehr von einem Bundesland ins nächste umziehen, und das angesichts der Mobilität, die von Arbeitnehmern heute erwartet wird,“ betonte ein Teilnehmer. In diesem Sinne sind bereist Baden und Württemberg mit Grundschulenglisch in Württemberg und Grundschulfranzösisch in Baden zwei Bundesländer – zumindest bildungspolitisch.

Artikel: H. Hauke

SPD newsletter

Hier bestellen

Unterstützen Sie unsere Arbeit

Wollen Sie unsere Arbeit unterstützen, treten Sie ein, spenden Sie oder sagen Sie uns Ihre Meinung.

Immer aktuell

03.12.2021 10:57 CORONA-BESCHLÜSSE VON BUND UND LÄNDERN – „JETZT IST DIE ZEIT FÜR SOLIDARITÄT“
Der künftige Bundeskanzler Olaf Scholz hat die Bevölkerung in Deutschland auf eine „große nationale Anstrengung“ zur Bekämpfung der Corona-Pandemie eingeschworen. Die Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern im Überblick: „Es geht um eine große nationale Anstrengung, und es geht um Solidarität“, sagte Scholz am Donnerstag nach einer Schaltkonferenz mit der geschäftsführenden Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und

02.12.2021 17:58 OLAF SCHOLZ BEI JOKO – KLAAS – „LASSEN SIE SICH IMPFEN!“
Auf ProSieben widmeten „Joko und Klaas“ ihre Sendezeit der Pandemie. In der Sendung richtete Olaf Scholz einen eindrücklichen Impf-Appell an die Fernsehzuschauer. Das Netz ist bewegt von der Aktion des künftigen Kanzlers. Noch vor seiner Vereidigung hat der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz als Gast der ProSieben-Entertainer Joko und Klaas einen eindrücklichen Impf-Appell an die Fernsehzuschauer:innen

02.12.2021 11:20 OLAF SCHOLZ IM ZEIT-INTERVIEW – „ICH WILL DA EINEN STIL PRÄGEN“
Mächtige Herausforderungen müssen von der Fortschrittsregierung aus SPD, Grünen und FDP gleich zum Start angepackt werden. Dafür braucht es Mut, Entschlossenheit, Ideen – und einen neuen Politikstil, betont der designierte Kanzler Olaf Scholz im ZEIT-Interview. Vor allem ein straffes Krisenmanagement in der Corona-Pandemie zählt zu den wichtigsten Aufgaben, denen sich die neue Regierung stellen muss

01.12.2021 11:21 BUNDESTAG SOLL ÜBER ALLGEMEINE IMPFPFLICHT ABSTIMMEN
DER AMPEL-PLAN GEGEN DIE VIERTE CORONA-WELLE Der künftige Bundeskanzler Olaf Scholz hat einen detaillierten Corona-Plan für den Winter entwickelt. Ziel ist, die vierte Corona-Welle schnell und wirksam zu brechen. Bereits für Donnerstag wird ein konkreter Bund-Länder-Beschluss vorbereitet. Der designierte Kanzler Olaf Scholz hat am Dienstag in einer Schaltkonferenz mit der scheidenden Kanzlerin Angela Merkel und

26.11.2021 13:30 Warum die Europa-SPD zum „Black Friday“ einen „Black Fair Day“ fordert
Die europäischen Sozialdemokrat*innen haben am „Black Friday“ die Notwendigkeit eines Europäischen Lieferkettengesetzes bekräftigt, das weltweit für faire Arbeitsbedingungen in Handel und Produktion sorgt. Das fordern sie am „Black Fair Day“. Der ganze Artikel auf vorwärts.de

Ein Service von info.websozis.de

Wetter-Online

Counter

Besucher:469658
Heute:34
Online:1