Foto: H. HaukeMehr als die Hälfte der Lebensmittel wird in Deutschland weggeworfen. Über 11 Millionen Tonnen, das sind etwa 500.000 Lastwagen-ladungen, landen jedes Jahr in deutschen Mülleimern. Warum werden diese Lebensmittel nicht dazu verwendet, hungernde Menschen satt zu machen? Werfen wir weg, was anderen Menschen das Leben retten könnte?
Der SPD-Ortsverein Emmendingen ging im Schlosskeller in Emmendingen den Ursachen der Essensverschwendung auf den Grund. Eingeladen waren alle Bürgerinnen und Bürger über ihre Erfahrungen zu berichten und Ursachen und Lösungsansätze zu diskutieren. So wurde kritisiert, dass das „Mindesthaltbarkeitsdatum zur Verschwendung animiert. Obwohl die Lebensmittel noch sehr gut genießbar seien, würden sie auf Grund des Ablaufdatums einfach weg geschmissen. Diese Auffassung wurde von der anwesenden Ernährungswissenschaftlerin bestätigt. Sie forderte die Anwesenden dazu auf, Lebensmittel erst dann zu vernichten, wenn sie tatsächlich verdorben seien. Schuld an der Verschwendung auch das Verbraucherverhalten. Die Kunden erwarteten stets das komplette Angebot an Lebensmittelmittel, obwohl dann nur ein Teil davon nachgefragt werde. So sei eine Änderung des Verbraucherverhaltens notwendig. Durch EU Vorgaben werden darüber hinaus alle Lebensmittel vernichtet, die nicht den vorgegebenen Normen entsprechen. Ist zum Beispiel eine Gurke nicht dick und lang genug, wird sie entsorgt, obwohl sie genau so schmackhaft ist wie ihre etwas längeren und dickeren Kollegen. Als Fazit formulierte der Stammtisch, dass der einzelne Verbraucher umdenken müsse und vor allem regionale Produkte dann kaufen solle, wenn sie reif sind. Die gemachten Anregungen werden nun im Vorstand des SPD-Ortsvereins weiter verfolgt.
Artikel: H. Hauke