SPD Emmendingen

"EURO - lieb und teuer ?" Spannende Diskussionen beim SPD-Themenstammtisch

Veröffentlicht am 06.11.2011 in Ortsverein

Aufmerksame Stammtischteilnehmer beim SPD-EURO-Stammtisch. Foto: H. Hauke

Das Dunkel der Finanzmärkte war für viele der Anwesenden nach knapp zwei Stunden intensiver und konträrer Auseinander-setzung mit der Staatsverschuldung und ihren Folgen in Europa etwas heller geworden. Neue Aspekte und Informationen ergänzten eigene Einschätzungen, bisherige Ansichten wurden im Laufe der Diskussion weiter entwickelt. Am Ende blieb dennoch ein Gefühl der Ohnmacht angesichts der ungeheuren Komplexität des Themas und der unüberschaubaren Vielzahl der Aspekte.

„Griechenland, Portugal, Irland und alle überschuldeten Staaten raus aus Euroland“, forderte ein Teilnehmer nach der kurzen Einführung ins Thema durch Dieter Wörner, Vorstandsmitglied im SPD-Ortsverein Emmendingen. Ob dies jedoch die Probleme lösen würde, wurde in der Runde sofort bezweifelt. Die Ursachen lägen in Konstruktionsfehler bei der Geburt des EURO, der ohne europaweite gemeinsame Finanz- und Wirtschaftspolitik mit Kontrollmechanismen auf den Weg geschickt worden sei. „Bis heute fehlen Regulierungsmechanismen für zockende Banker und Spekulanten. Und vor allem die bis heute ausufernde Staatsverschuldung einiger Euroländer“, wurde als Hauptprobleme ins Feld geführt. Auch der griechische Schlingerkurs wurde ins Visier genommen. Lassen sich die die starken europäischen Staaten von kleinen am Nasenring durch die Manege ziehen? Was ist es uns wert, dass die Eurozone nicht zu bröckeln beginnt und gibt es überhaupt einen Dominoeffekt, wenn Griechenland die Drachme wieder einführen würde? Fragen, die natürlich auch beim Stammtisch nicht beantwortet werden konnten die jedoch dazu beitrugen, dass die Beurteilung der Krise versachlicht werden konnte. Gegen Ende der Diskussion wurden sogar Chancen durch die bestehende Krise ans Gespräch gebracht. So kann sie für einen gestärkten EURO genutzt werden, wenn es gelingt, dass die Euroländer, vorneweg Frankreich und Deutschland, den Mut aufbringen, für die Finanzwelt klare Regeln zu schaffen und gleichzeitig in einer gemeinsamen Finanzpolitik Staatsverschuldungen zu begrenzen. Dazu müssen aber nationale Egoismen zugunsten einer harmonisierten und enger abgestimmten europäischen Politik überwunden werden. „Davon würde auch Deutschland enorm profitieren“, war sich die Runde am Ende des Stammtisches einig.

Artikel: H. Hauke

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