SPD Emmendingen gemeinsam mit SPD Breisach gegen Fessenheim.
Rede von Hanspeter Hauke, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Emmendingen, bei der Montags-Demo gegen Fessenheim des SPD-Ortsvereins Breisach am 26. November 2012.
Rede von Hanspeter Hauke, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Emmendingen, bei der Montags-Demo gegen Fessenheim des SPD-Ortsvereins Breisach am 26. November 2012.
Es gilt das gesprochene Wort. Liebe Freunde, Genossinnen und Genossen, meine sehr verehrten Damen und Herren, lieber Gustav, ganz herzlichen Dank an den SPD-Ortsverein Breisach, der heute zum 84. Mal Montagsdemos gegen Kernkraft und gegen das KKW Fessenheim durchführt. Eine Leistung und Ausdauer, die großen Respekt und Anerkennung verdient und die baldigen Erfolg verdient hat. Der SPD-Ortsverein Emmendingen hat von September 2010 bis August 2011 über 30 Mal Montags-Demos gegen den Ausstieg aus dem Ausstieg auf dem Marktplatz in Emmendingen organisiert. Parteienübergreifend waren alle, denen Strom aus Kernkraft nicht geheuer ist, aufgerufen, ihre Meinung zu sagen. Viele Redner aus den unterschiedlichsten Bereichen und Parteien kamen und standen öffentlich zu ihrer Ablehnung der Kernkraft. Redner wie Ernst-Ulrich von Weizsäcker, Nils Schmid, Wirtschafts- und Finanzminister, die Landtagsabgeordneten Alexander Schoch von den Grünen und Sabine Wölfle von der SPD, Vertreter der Kirchen, Mika Kumazaki aus der Gegend von Fukushima, Nikolaus von Gayling, FDP und viele, viele mehr! Alle Parteien haben sich zu Wort gemeldet, außer Vertretern der CDU! Empörend ist, dass uns immer wieder eingeredet werden sollte, dass Atomstrom so billig und umweltverträglich sei. Das ist eine Lüge! Denn dieser Strompreis wird auch heut noch künstlich schön gerechnet! Denn weder sind die Kosten der Lagerung und Entsorgung der Brennelemente berücksichtigt noch die Kosten des Rückbaus der Kraftwerke noch die möglichen Kosten eines möglichen GAUs! Durch AKWs verursachte Schäden sind nicht einmal versicherbar im „worst case“ mit Schäden in Höhe von € 5.000 Milliarden, was einer jährlichen Versicherungsprämie von ca. € 2,5 Milliarden entspräche. Die Zahlen stammen vom Deutschen Bundestag aus dem Jahr 2012. Das bedeutet: Die Gewinne in Höhe von € 1.000 000 TÄGLICH verbleiben bei den Stromerzeugern, im Schadensfall jedoch muss jeder einzelne nicht nur mit seiner Gesundheit und dem Verlust des Arbeitsplatzes und seinem bisher erarbeiteten Wohlstand rechnen, sondern die Folgekosten werden vom Staat, also vom Steuerzahler zu übernehmen sein, da die Betreiber hierzu nicht in der Lage sein werden. Das Beispiel Tepco und die Finanzierungshilfe durch die japanische Regierung mögen hier als Beleg dienen. Die Menschen sind jedoch schutzlos und werden auf ihren Schäden sitzen bleiben, bis hin zur Vernichtung der Existenz. Die Behandlung der gesundheitlichen Folgen der Menschen wiederum müssen dann von den Krankenkassen übernommen. Auch hier bezahlt die Solidargemeinschaft! Und jeder einzelne durch erhöhte Krankenkassenbeiträge! Wie kann dann von einer sicheren Technologie gesprochen werden? Die Sicherheit von Großanlagen hat zwei Aspekte: 1. Die Beherrschbarkeit der Technik 2. Der menschliche Faktor Selbst wenn die Technik 100% idiotensicher wäre, ist und birgt der Faktor „Mensch“ ein hohes Unsicherheitspotenzial: 1. Sind Menschen von Natur aus nicht ohne Fehler, selbst wenn sie nach besten Kräften so sorgfältig wie möglich arbeiten; 2. Sind die Beweggründe für menschliches Tun nicht immer am Gemeinwohl orientiert. Eigeninteressen lassen Menschen ein höheres Risiko eingehen solange die persönliche Nutzen-Risiko Analyse zu einem positiven Ergebnis kommt. Und diese Analyse wägt oft ab zwischen persönlicher Gewinnmaximierung und der Wahrscheinlichkeit, dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden. Eine Orientierung an der Gefährdung der Allgemeinheit wird findet nicht statt. 3. Tendenziell neigt der Mensch darüber hinaus dazu, die eigenen Vorteile zu überschätzen. Und je höher die eigenen Vorteile eingeschätzt werden umso geringer werden die möglichen negativen Auswirkungen gesehen nach dem Motto: „Es wird schon gut gehen!“ Verständnis haben wir für die Menschen in Fessenheim, die einen sicheren Arbeitsplatz im Kernkraftwerk gefunden haben. Doch auch nach der Abschaltung wird es hier Arbeitsplätze geben! Denn das Werk muss abgebaut werden. Und hierfür bedarf es der Erfahrung und des know-how der Menschen, die hier viele Jahre gearbeitet haben. Und dann muss es gelingen, neue Möglichkeiten zu schaffen und den Menschen eine andere berufliche Zukunft zu geben. Es darf keine Alltagstechnologie geben, die Schäden in einem unvorstellbaren Ausmaß für eine unvorstellbare hohe Anzahl von Menschen für eine unvorstellbar lange Zeit verursachen kann. Lasst uns gemeinsam dafür kämpfen, dass Fessenheim nicht erst 2016 angeschaltet wird. Und lasst uns dafür kämpfen, dass es abgeschaltet wird, dass es so schnell wie möglich abgeschaltet wird und dass alle AKWs abgeschaltet werden!“ Weitere Infos
Artikel: H. Hauke
Wollen Sie unsere Arbeit unterstützen, treten Sie ein, spenden Sie oder sagen Sie uns Ihre Meinung.
12.10.2026 17:43 Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas
Ich danke Bärbel Bas von Herzen für ihren Einsatz, ihre Haltung und ihr Engagement. Wir kämpfen weiter gemeinsam für die soziale Demokratie. „Bärbel Bas hat heute Morgen ihren Rücktritt von Partei- und Ministeramt erklärt. Ich habe großen Respekt vor ihrer Entscheidung. Sie trifft sie aus persönlichen Gründen, die ich zutiefst respektiere. Als Ministerin und Vorsitzende… Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas weiterlesen
09.10.2026 17:40 Wichtiges Signal für den Wohnungsbau
Die Fortführung und Aufstockung des EH55 Programms bis zum Jahresende ist ein wichtiges Signal für die Bauwirtschaft. Nun sollten die neuen Fördermöglichkeiten konsequent genutzt werden, um den dringend benötigten Neubau anzukurbeln. „Die Aufstockung der Förderung für den Neubau im Effizienzhausstandard 55 Plus und die Fortführung des Programms bis zum Jahresende sind ein wichtiges Signal für… Wichtiges Signal für den Wohnungsbau weiterlesen
26.09.2026 19:01 Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung
Jetzt braucht es einen gemeinsamen Aufbruch für Olympia. München setzt sich durch. Nachdem die Evaluierungskommission die Konzepte von München und KölnRheinRuhr nahezu gleichauf bewertet hatte, haben sich die Delegierten der außerordentlichen Mitgliederversammlung nun für München als deutsche Bewerberstadt entschieden. Wir gratulieren München und allen Beteiligten zu diesem überzeugenden Konzept. Sonja Eichwede, stellvertretende Vorsitzende: „Herzlichen Glückwunsch… Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung weiterlesen
25.09.2026 19:03 Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing
Umsetzung von EU-Regeln gegen Greenwashing: Koalition schafft pragmatische Lösung für Altwarenbestände Am 27. September 2026 treten neue Regeln in Kraft, nach denen Umweltaussagen in der Werbung oder auf Produktverpackungen jetzt klar und nachvollziehbar belegt werden müssen. Um einen pragmatischen und verhältnismäßigen Umgang mit Altbeständen sicherzustellen, justieren wir nach. Carmen Wegge, rechts- und verbraucherpolitische Sprecherin: „‘Einfach… Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing weiterlesen
14.09.2026 17:56 Zollkodex
Jeden Tag kommen Millionen Kleinsendungen aus Drittstaaten in die EU. Die enorme Menge erschwert wirksame Kontrollen erheblich. Allein im Jahr 2024 wurden 4,6 Milliarden Pakete mit einem Warenwert von weniger als 150 Euro in die EU eingeführt – 91 Prozent davon über chinesische E-Commerce-Plattformen. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch 2023, als… Zollkodex weiterlesen
Ein Service von info.websozis.de
| Besucher: | 470512 |
| Heute: | 70 |
| Online: | 1 |